Dresdener Rennverein 1890 Galopprennbahn Dresden-Seidnitz
Menü

Galerie

Bildergalerie der Galopprennbahn Dresden-Seidnitz

Aufnahmen von Geläuf, Tribüne und Renntag – mit Erläuterung, was auf dem jeweiligen Bild zu sehen ist.

Galopprennsport ist ein visuelles Ereignis, und zwar ein schwer festzuhaltendes: ein Feld passiert die Zielgerade in wenigen Sekunden, und der Moment, der die Bewegung erklärt, ist meist nicht der, an den man sich erinnert. Die folgenden Aufnahmen zeigen die Elemente, die auf diesen Seiten beschrieben werden — Geläuf, Zielgerade, Morgenarbeit, das Feld im Rennen — und erläutern jeweils, was daran zu sehen ist.

Die Aufnahmen illustrieren den Sport, sie sind keine Ortsaufnahmen der Rennbahn Dresden-Seidnitz. Fotografien des Seidnitzer Turfplatzes liegen bei Dritten: die Bildersammlung des Vereins wurde von Frank Sorge zur Verfügung gestellt und trägt das Copyright von GaloppFoto.de. Wer Bilder der Bahn selbst sucht, wendet sich an den Verein oder an den Rechteinhaber.

Das Feld im Rennen

Drei Galopper mit Reitern passieren im Rennen die Innenbegrenzung einer Grasbahn
Flachrennen auf Grasgeläuf — drei Pferde an der Innenbegrenzung

Was diese Aufnahme zeigt, ist der Grund, weshalb im Programmheft die Rennfarbe steht. Im Feld sind Startnummern kaum zu lesen; erkennbar sind Farbe und Muster der Reiterjacke. „Gelb, rote Sterne, hellblaue Ärmel, rote Kappe“ — eine solche Kombination ordnet ein Pferd über die ganze Distanz zu. Satteldecken mit Nummern führte der Dresdener Rennverein 1890 e.V. bereits 1909 ein, weiß mit schwarzer Zahl.

Zu sehen ist außerdem die Innenbegrenzung, die weiße Linie am inneren Rand des Geläufs. Sie ist kein Zierrat: der kürzeste Weg verläuft an ihr, weshalb Reiter um diese Position kämpfen. Ein Pferd, das außen laufen muss, legt über eine Kurve mehrere Längen mehr zurück — bei einer Zehntelsekunde von etwa anderthalb Metern ist das ein messbarer Nachteil.

Die Zielgerade

Galopper mit Reiter in vollem Galopp auf der Zielgeraden einer Grasbahn
Vollgalopp auf der Zielgeraden — der Moment der Schwebephase

Der Galopp ist ein Viertakt mit Schwebephase: nach dem Abdruck der Vorhand befindet sich das Pferd kurz vollständig in der Luft. Diese Phase ist auf Fotografien der Moment, an dem die Bewegung erkennbar wird — und sie ist der Grund, weshalb ein Rennpferd bei rund sechzig Kilometern pro Stunde nicht gleichmäßig rollt, sondern in Sprüngen vorankommt. Die Länge dieser Sprünge entscheidet mit über die Endzeit.

Auf der Zielgeraden fallen die Entscheidungen, die anschließend in Längen ausgedrückt werden. Eine Länge entspricht überschlägig zwei Zehntelsekunden. Bei knappen Einläufen ist der Eindruck von der Tribüne unzuverlässig — verbindlich ist das Zielfoto, das in Dresden seit 1959 zur Ausstattung gehört.

Das Geläuf und seine Führung

Weiße Innenbegrenzung einer Grasrennbahn führt in eine Linkskurve, Tribüne in der Ferne
Kurvenverlauf mit Innenbegrenzung, im Hintergrund die Tribüne

Eine Rennbahn ist keine gerade Strecke, und ihre Kurvenführung bestimmt, welche Distanzen sie ausschreiben kann. In Dresden-Seidnitz reicht das Feld von 1200 bis 2950 Metern; für kürzere Strecken wird von einem weiter innen gelegenen Startpunkt gestartet, während die Ziellinie immer dieselbe bleibt. Die traditionelle Dresdner Meile lief über 1.550 Meter, bis sie 1999 auf 1.500 Meter geändert wurde.

Der Bodenzustand ist die Größe, die Zeiten am stärksten beeinflusst. Zwischen einem harten und einem tiefen Geläuf liegen mehrere Sekunden, weil ein Pferd auf nachgebendem Boden bei jedem Sprung Kraft abgibt, die nicht in Vortrieb umgesetzt wird. Dass sechs der acht Dresdner Bahnrekorde zwischen 1992 und 2002 fielen, sagt deshalb vor allem etwas über die Bodenverhältnisse dieser Renntage.

Morgenarbeit im Trainingsbetrieb

Zwei Rennpferde mit Reitern bei der Morgenarbeit auf einer Sandbahn im Nebel
Morgenarbeit auf der Sandbahn — der größere Teil der Arbeit eines Rennstalls

Auf jeden Renntag kommen Wochen Vorbereitung. Der Trainingstag beginnt früh: nach der Morgenfütterung geht es in Abteilungen auf die Trainierbahn, zunächst im Schritt und Trab, dann in ruhiger Galopparbeit und in größeren Abständen in schnelleren Arbeiten über festgelegte Strecken. In Dresden-Seidnitz steht dafür eine 1999 erneuerte Sand-Trainierbahn über 2.160 Meter zur Verfügung.

Sand statt Gras hat einen praktischen Grund: die Bahn ist bei nahezu jedem Wetter nutzbar und braucht keine Schonzeiten, in denen sich ein Rasengeläuf erholen muss. Für einen Betrieb, der ganzjährig arbeitet, ist das entscheidend. Mehr zum Tagesablauf und zur Anlage steht unter Trainingszentrale.

Pferde ohne Reiter

Galoppierende Pferde in freier Natur, im Morgennebel über einer weiten Wiese
Galopp in freier Bewegung — die Gangart, auf der der Sport aufbaut

Der Galopp ist keine Erfindung des Rennsports, sondern die schnellste natürliche Gangart des Pferdes. Was auf der Rennbahn geschieht, ist ihre Ausgestaltung unter Bedingungen: eine festgelegte Distanz, ein Gewicht, ein Feld von Konkurrenten und eine Zeitnahme, die es in Dresden seit 1921 gibt.

Dieses Bild zeigt zugleich, was auf einer Rennbahn selten zu sehen ist: Pferde in freier Bewegung, ohne Reiter und ohne Vorgabe der Linie. Der Vergleich macht die Leistung im Rennen deutlicher — ein Rennpferd hält die Geschwindigkeit über eine vorgegebene Strecke, in einem Feld und unter Belastung, und läuft dabei die Linie, die der Reiter wählt.

Was man auf Rennfotografien erkennen kann

Drei Dinge lohnen den zweiten Blick. Die Kopf- und Halshaltung: ein Pferd, das sich streckt und den Hals tief trägt, arbeitet in der Balance; ein hoch aufgerichteter Kopf deutet auf Widerstand oder Erschöpfung. Die Position im Feld relativ zur Innenbegrenzung, die verrät, wie viel Weg ein Pferd zusätzlich zurücklegt. Und der Bodenaufwurf: fliegt Material weit nach hinten, ist das Geläuf weich — ein Hinweis darauf, dass die Zeiten dieses Renntags nicht mit denen eines trockenen Tages vergleichbar sind.

Wie ein Renntag abläuft und wie sich ein Programm liest, steht unter Renntermine. Die Bahn selbst mit Distanzen, Bauten und Anfahrt beschreibt Pferderennbahn Dresden-Seidnitz, und die Geschichte des Platzes seit 1891 führt die Chronik unter Dresdener Rennverein 1890 e.V.

Renntag vom 16. Juni 2018, drittes Rennen — Aufnahme des Dresdener Rennvereins 1890 e.V.
Viertes Rennen desselben Renntags, mit Zwischenzeiten und Positionen im Bild.

Häufige Fragen

8 Fragen zur Seite

Zeigen die Bilder die Rennbahn Dresden-Seidnitz?

Nein. Die Aufnahmen illustrieren den Galopprennsport und die auf diesen Seiten beschriebenen Elemente — Geläuf, Zielgerade, Morgenarbeit, Feld im Rennen. Fotografien des Seidnitzer Turfplatzes liegen bei Dritten: die Bildersammlung des Vereins wurde von Frank Sorge zur Verfügung gestellt und trägt das Copyright von GaloppFoto.de.

Wo finde ich Fotos der Rennbahn selbst?

Beim Dresdener Rennverein 1890 e.V. oder beim Rechteinhaber der Vereinssammlung, GaloppFoto.de. Dieses Informationsangebot verwendet keine fremden Bildrechte.

Warum steht die Rennfarbe im Programmheft?

Weil im Feld die Startnummern kaum zu lesen sind, Farbe und Muster der Reiterjacke aber über die ganze Distanz erkennbar bleiben. Satteldecken mit Nummern führte der Verein 1909 ein, weiß mit schwarzer Zahl.

Warum ist die Innenbegrenzung so wichtig?

An ihr verläuft der kürzeste Weg. Ein Pferd, das außen laufen muss, legt über eine Kurve mehrere Längen mehr zurück — bei einer Zehntelsekunde von etwa anderthalb Metern ein messbarer Nachteil. Deshalb kämpfen Reiter um diese Position.

Was ist die Schwebephase im Galopp?

Der Galopp ist ein Viertakt: nach dem Abdruck der Vorhand ist das Pferd kurz vollständig in der Luft. In dieser Phase wird auf Fotografien die Bewegung erkennbar, und sie erklärt, weshalb ein Rennpferd bei rund sechzig Kilometern pro Stunde in Sprüngen vorankommt statt gleichmäßig zu rollen.

Woran erkennt man auf einem Foto, ob das Geläuf weich war?

Am Bodenaufwurf. Fliegt Material weit nach hinten, ist der Boden nachgebend — und die Zeiten dieses Renntags sind nicht mit denen eines trockenen Tages vergleichbar. Zwischen hartem und tiefem Geläuf liegen mehrere Sekunden.

Was sagt die Kopfhaltung eines Pferdes im Rennen aus?

Ein Pferd, das sich streckt und den Hals tief trägt, arbeitet in der Balance. Ein hoch aufgerichteter Kopf deutet auf Widerstand oder Erschöpfung. Zusammen mit der Position zur Innenbegrenzung ist das die brauchbarste Information, die ein Rennfoto liefert.

Warum wird auf Sand trainiert, aber auf Gras gelaufen?

Eine Sandbahn ist bei nahezu jedem Wetter nutzbar und braucht keine Schonzeiten, in denen sich ein Rasengeläuf erholen muss. Für einen ganzjährig arbeitenden Trainingsbetrieb ist das entscheidend. In Dresden-Seidnitz steht dafür eine 1999 erneuerte Sand-Trainierbahn über 2.160 Meter zur Verfügung.