Dresdener Rennverein 1890 Galopprennbahn Dresden-Seidnitz
Menü

Pferdewetten · Wettarten

Wettarten bei Pferdewetten: Sieg, Platz, Zwilling, Dreier

Sieg, Platz, Zwilling, Dreierwette: wie die Wettarten aufgebaut sind und worin sie sich im Risiko unterscheiden.

Alle Wettarten auf Pferderennen unterscheiden sich in einer einzigen Größe: wie viel muss zutreffen, damit die Wette gewinnt. Aus dieser Größe folgt alles andere — die Trefferhäufigkeit, die Höhe der Quote und die Frage, wie viele Einsätze eine Kombination überhaupt kostet. Wer diesen Zusammenhang einmal durchrechnet, braucht keine Empfehlung mehr, welche Wettart „die beste“ ist: es gibt keine, es gibt nur unterschiedliche Verhältnisse von Häufigkeit und Höhe. Welche dieser Formen ein Anbieter tatsächlich führt, unterscheidet sich stark — worauf dabei zu achten ist, steht unter Anbieter.

Zwei Vollblüter werden vor dem Rennen an der Hand durch den Führring geführt
Im Führring wird sichtbar, worauf eine Wette am Ende zählt: Verfassung und Ruhe des Pferdes.

Die Einzelwetten

Siegwette

Die einfachste Form: das gewählte Pferd muss gewinnen. Bei einem Feld von dreizehn Startern — eine in Dresden dokumentierte Feldgröße — hat ein zufällig gewähltes Pferd rein rechnerisch eine Chance von etwa 7,7 Prozent. Tatsächlich sind die Chancen ungleich verteilt, weshalb die Quoten von unter 2,0 für einen klaren Favoriten bis über 50,0 für einen Außenseiter reichen. Die Siegwette ist die einzige Wettart, bei der sich die eigene Einschätzung unmittelbar überprüfen lässt: entweder das Pferd war das schnellste oder nicht.

Platzwette

Hier genügt eine Platzierung. Wie viele Plätze bezahlt werden, hängt von der Feldgröße ab und wird je Rennen bekannt gegeben — bei kleinen Feldern sind es weniger, bei großen mehr. Die Trefferhäufigkeit steigt entsprechend, die Quote fällt. Für die Beurteilung eines Pferdes ist die Platzwette oft die ehrlichere Wette: sie fragt nicht, ob ein Pferd das Feld schlägt, sondern nur, ob es zur Spitzengruppe gehört — und genau das lässt sich aus Form und Distanzeignung besser abschätzen als ein Sieg.

Die Kombinationswetten

Ab hier müssen mehrere Pferde zutreffen, und die Zahl der möglichen Ausgänge wächst schnell. Das ist der Kern der Sache, deshalb steht er hier als Rechnung.

Wettart Was zutreffen muss Reihenfolge Mögliche Ausgänge bei 10 Startern
Siegwette Sieger 10
Zwilling Platz 1 und 2 beliebig 45
Zweierwette Platz 1 und 2 genau 90
Dreierwette Platz 1 bis 3 genau 720
Viererwette Platz 1 bis 4 genau 5.040

Von der Zweierwette zur Dreierwette wächst die Zahl der Ausgänge um den Faktor acht, von dort zur Viererwette um das Siebenfache. Deshalb sind die Quoten von Dreier- und Viererwetten so hoch — und deshalb treffen sie so selten zu. Die höchste in Dresden dokumentierte Quote, 136.330 zu 10 Mark am 10. April 1982, fiel auf eine Dreierkombination: Alexander–Goldschatz–Alligator.

Zwilling

Zwei benannte Pferde müssen die ersten beiden Plätze belegen, in beliebiger Reihenfolge. Das halbiert das Risiko gegenüber der Zweierwette und ist deshalb die naheliegende erste Kombinationswette. Sie passt zu einem Rennen, in dem zwei Pferde deutlich herausragen, die Reihenfolge aber offen ist — eine Situation, die häufiger vorkommt als ein klarer Einzelfavorit.

Zweierwette

Dieselben zwei Plätze, aber in genauer Reihenfolge. Wer sich hier entscheidet, behauptet nicht nur, welche zwei Pferde vorn sind, sondern auch, welches der beiden das andere schlägt. Bei zehn Startern verdoppelt sich die Zahl der Ausgänge gegenüber dem Zwilling.

Dreier- und Viererwette

Die ersten drei beziehungsweise vier Plätze in genauer Reihenfolge. Diese Wetten werden meist als Formationen gespielt: man benennt mehr Pferde als Plätze und bezahlt jede darin enthaltene Kombination. Wer bei einer Dreierwette vier Pferde in beliebiger Reihenfolge abdeckt, spielt 4 × 3 × 2 = 24 Kombinationen und zahlt entsprechend 24 Einsätze. Das ist der Punkt, an dem Kombinationswetten teuer werden, ohne dass es auffällt: Ein Grundeinsatz von einem Euro ergibt hier 24 Euro.

Einlaufwette

Bei der Einlaufwette müssen die Sieger mehrerer aufeinanderfolgender Rennen getroffen werden. In Dresden-Seidnitz wurde die Wette Großer Einlauf 1958 eingeführt. Die Trefferwahrscheinlichkeit ist das Produkt der Einzelwahrscheinlichkeiten — vier Rennen mit je 20 Prozent ergeben 0,16 Prozent. Entsprechend hoch sind die Quoten, entsprechend selten die Treffer. Diese Wettart ist ein Lottoschein mit Sachbezug, nicht ein Instrument der Einschätzung.

Wie sich Wettarten aussuchen lassen

Drei Fragen führen zur passenden Form, und keine davon lautet „welche zahlt am meisten“.

Wie sicher ist die eigene Einschätzung?
je unsicherer, desto einfacher die Wettart
Geht es um ein Pferd oder um ein Rennen?
Einzel- oder Kombinationswette
Wie viele Einsätze ergibt die Formation?
vor dem Setzen ausrechnen

Die dritte Frage ist die, die am häufigsten übersehen wird. Eine Formation multipliziert den Grundeinsatz mit der Zahl der Kombinationen, und diese Zahl wächst schneller als die Intuition erwartet. Wer eine Einsatzgrenze für den Renntag gesetzt hat — und das gehört zum Handwerk —, muss sie gegen die Zahl der Kombinationen rechnen, nicht gegen den Grundeinsatz.

Totalisator oder Buchmacher

Die Wahl der Wettart ist von der Wahl des Systems unabhängig, aber beide beeinflussen sich. Beim Totalisator hängt die Quote davon ab, wie das übrige Publikum gesetzt hat: eine ungewöhnliche Kombination zahlt gut, weil sie sich der Pool mit wenigen teilt. Beim Buchmacher steht der Kurs im Moment der Wette fest, dafür ist die Marge einkalkuliert. Für exotische Kombinationen bietet der Totalisator strukturell die interessanteren Quoten, für einfache Sieg- und Platzwetten ist der feste Kurs planbarer. Die Unterschiede im Einzelnen stehen unter Pferdewetten online.

Wie aus Einsätzen eine Quote entsteht und wie sich daraus eine Wahrscheinlichkeit ablesen lässt, erklärt Quoten bei Pferdewetten. Welche Angaben im Programmheft die Einschätzung tragen — Gewicht, Distanz, Geläuf, Startbox —, steht unter Form richtig lesen und im Aufbau eines Renntags unter Renntermine.

Häufige Fragen

8 Fragen zur Seite

Welche Wettarten gibt es auf Pferderennen?

Als Einzelwetten Sieg und Platz, als Kombinationswetten Zwilling (Platz 1 und 2 in beliebiger Reihenfolge), Zweierwette (Platz 1 und 2 genau), Dreierwette (Platz 1 bis 3 genau), Viererwette (Platz 1 bis 4 genau) und die Einlaufwette über die Sieger mehrerer Rennen.

Was ist der Unterschied zwischen Zwilling und Zweierwette?

Beim Zwilling müssen die beiden benannten Pferde die ersten zwei Plätze belegen, die Reihenfolge ist beliebig. Bei der Zweierwette muss auch die Reihenfolge stimmen. Bei zehn Startern gibt es 45 mögliche Zwillings-Ausgänge, aber 90 mögliche Zweierwetten-Ausgänge — das Risiko verdoppelt sich.

Warum sind die Quoten bei Dreier- und Viererwetten so hoch?

Weil die Zahl der möglichen Ausgänge sprunghaft wächst. Bei zehn Startern gibt es 720 mögliche Dreier- und 5.040 mögliche Vierer-Kombinationen. Die Quote steigt genau in dem Maß, in dem die Trefferwahrscheinlichkeit fällt. Die höchste in Dresden dokumentierte Quote fiel 1982 auf eine Dreierkombination: 136.330 zu 10 Mark.

Was ist eine Formation und was kostet sie?

Bei einer Formation benennt man mehr Pferde als Plätze und bezahlt jede darin enthaltene Kombination. Vier Pferde in einer Dreierwette ergeben 4 × 3 × 2 = 24 Kombinationen, also 24 Einsätze — aus einem Grundeinsatz von einem Euro werden 24 Euro. Diese Rechnung gehört vor das Setzen, nicht danach.

Wie viele Plätze zahlt eine Platzwette?

Das richtet sich nach der Feldgröße und wird je Rennen bekannt gegeben: bei kleinen Feldern weniger Plätze, bei großen mehr. Die Ausschreibung nennt auch, wie viele Pferde genannt wurden und wie viele im Feld stehen.

Welche Wettart eignet sich für den Anfang?

Sieg- und Platzwette. Bei ihnen muss nur ein Pferd zutreffen, und der Zusammenhang zwischen eigener Einschätzung und Ergebnis ist unmittelbar überprüfbar. Die Platzwette ist oft die ehrlichere Frage: nicht ob ein Pferd das Feld schlägt, sondern ob es zur Spitzengruppe gehört.

Was ist die Einlaufwette?

Eine Wette auf die Sieger mehrerer aufeinanderfolgender Rennen. In Dresden-Seidnitz wurde der Große Einlauf 1958 eingeführt. Die Trefferwahrscheinlichkeit ist das Produkt der Einzelwahrscheinlichkeiten — vier Rennen mit je 20 Prozent ergeben 0,16 Prozent.

Lohnen Kombinationswetten beim Totalisator mehr als beim Buchmacher?

Strukturell ja, weil eine ungewöhnliche Kombination den Pool mit wenigen teilt und die Quote deshalb hoch ausfällt. Beim Buchmacher steht der Kurs dagegen im Moment der Wette fest, was einfache Sieg- und Platzwetten planbarer macht. Die Wahl der Wettart und die Wahl des Systems sind zwei getrennte Entscheidungen.