Dresdener Rennverein 1890 Galopprennbahn Dresden-Seidnitz
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Die Rennbahn

Pferderennbahn Dresden-Seidnitz: Geläuf, Bahn und Anfahrt

Geläuf, Bahnmaße, Tribüne und Anfahrt: was die Rennbahn in Seidnitz ausmacht und wie Besucher sie erreichen.

Die Rennbahn Seidnitz — amtlich die Pferderennbahn Dresden-Seidnitz — liegt im Osten der Stadt, an der Oskar-Röder-Straße im Stadtteil Seidnitz. Gebaut wurde sie 1890 „auf den Seidnitzer Fluren“ — damals vor den Toren der Residenzstadt, denn Seidnitz war zu dieser Zeit noch eine eigene Gemeinde und wurde erst 1902 nach Dresden eingemeindet. Eröffnet wurde die Bahn am 7. Mai 1891 mit sechs Rennen, darunter das Große Dresdner Handicap und die Saxonia Steeple Chase.

Weiße Innenbegrenzung einer Grasrennbahn führt in eine Linkskurve, Tribüne in der Ferne
Das Geläuf der Rennbahn Dresden-Seidnitz mit Blick in die Linkskurve.
Eröffnet
7.5.1891
Stadtteil
Seidnitz
Kürzeste Distanz
1200 m
Längste Distanz
2950 m
Dresdner Meile
1500 m

Pferderennbahn Dresden: Geläuf und Distanzen in Seidnitz

Welche Distanzen eine Bahn ausschreiben kann, ergibt sich aus ihrer Streckenführung. In Dresden-Seidnitz reicht das Feld von 1200 Metern — einer reinen Sprintprüfung — bis 2950 Metern. Dazwischen liegen die Distanzen 1400, 1500, 1900, 2000, 2100 und 2300 Meter, für die der Verein Bahnrekorde führt. Für die kürzeren Strecken wird von einem weiter innen gelegenen Startpunkt gestartet; die Ziellinie bleibt immer dieselbe.

Eine Besonderheit betrifft die traditionsreiche Dresdner Meile. Sie lief über 1.550 Meter, bis sie 1999 auf 1.500 Meter geändert wurde — ein Schritt, der die Distanz an die international übliche Staffelung anschloss. Auch die längste Strecke hat eine Geschichte: der Dresdner Steher-Ausgleich wurde ab 1920 über 3.000 Meter ausgeschrieben und 1931 auf 2.950 Meter verkürzt. Die längste je in Seidnitz gelaufene Prüfung war die Dresdensia über 5.000 Meter, die letztmals 1961 stattfand.

Als Pferderennbahn Dresden ist Seidnitz heute eine reine Flachrennbahn. Hindernisrennen gehörten lange zum Programm — die Saxonia Steeple Chase stand schon am Eröffnungstag 1891 auf der Karte —, doch die Jagdrennen endeten 1961, und am 17. November 1999 fand mit dem 16. Jürgen Szydzik Memorial vorerst das letzte Hürdenrennen auf dem Seidnitzer Geläuf statt. Zweimal wurde außerdem versucht, Trabrennen zu etablieren: 1892 und erneut von 1951 bis 1953. Beide Male wurde das Vorhaben als unvorteilhaft für Bahn und Publikum wieder aufgegeben.

Die Bauten auf dem Turfplatz

Wer über die Anlage geht, liest an ihren Gebäuden die Technikgeschichte des Rennsports ab. Der erste Richterturm entstand 1906, ein neuer 1983. Nach dem Abriss des Zielturms 1993 arbeiteten die Stewards — Rennleitung und Zielrichter — vom Turm der Haupttribüne aus. Das Waagegebäude, in dem die Reiter mit Sattel und Ausrüstung gewogen werden, wurde 1911 eingeweiht; nach einem Dachstuhlbrand 1964 wurde es in veränderter Form wiederhergestellt.

Die Ausstattung für Publikum und Rennbetrieb kam schrittweise hinzu:

Zeitmessung in Rennen
1921
Australische Startmaschine (Bänderstart)
1929
Erste Lautsprecheranlage
1936
Zielfotografie
1959
Startboxen statt Bänderstart
1976
Rennbahnfernsehen
1991
Startmaschine mit elektrischer Boxenöffnung
1997
Neue Beschallungsanlage
1997

Der Wechsel von 1976 ist der auffälligste: Bis dahin startete das Feld hinter einem gespannten Band, das im Moment des Starts hochschnellte — ein Verfahren, das Pferde in Unruhe versetzte und Fehlstarts begünstigte. Mit Startboxen steht jedes Pferd einzeln, was den Start berechenbar macht und die Startbox-Nummer zu einer Größe werden lässt, die im Programm ausgewiesen wird.

Die Angaben folgen der Chronik des Vereinsarchivs, die bis 2005 reicht. Bahnmaße wie Umfang und Breite des Geläufs sind dort nicht verzeichnet und werden hier deshalb auch nicht behauptet.

Wem die Bahn gehört

Die Eigentumsverhältnisse haben mehrfach gewechselt. Bis 1893 war das Gelände gepachtet, dann kaufte es der Verein. 1948 ging die Bahn in städtische Verwaltung über, ab 1953 wurde sie als Volkseigener Rennbetrieb Dresden geführt, ab 1974 als Betriebsteil des VEB Vollblutrennbahnen Hoppegarten. 1993 kaufte die Stadt Dresden die Rennbahn von der Treuhandgesellschaft; der 1990 neu gegründete Dresdener Rennverein 1890 e.V. betreibt den Rennsport seit 1991 in eigener Regie.

In unmittelbarer Nachbarschaft lag von 1894 an der Dresdner Pferdeausstellungsplatz, dessen Ausstellungen bis 1936 stattfanden. Zwischen 1906 und 1909 diente das Geläuf zuweilen als Aufstiegsplatz für Gasballons des Sächsischen Vereins für Luftschiffahrt — eine Nebennutzung, die zeigt, wie selten große freie Flächen am Stadtrand damals waren.

Anfahrt zur Rennbahn

Mit dem Auto

Von der A4 kommend am Dreieck Dresden-West auf die A17 in Richtung Pirna wechseln und dieser bis zur Ausfahrt Dresden-Prohlis folgen. Weiter in Richtung Prohlis, die B172 überqueren und bis zum Ende des Langen Wegs fahren. Dort links auf die Mügelnerstraße abbiegen, über die Ampel auf die Reicker Straße, an der dritten Ampel rechts in die Lohrmannstraße und an deren Ende rechts in die Oskar-Röder-Straße.

Anfahrt mit der Bahn

Der nächstgelegene Bahnhalt ist Dresden-Reick. Dessen Bedeutung für die Rennbahn ist alt: Die Eisenbahnhaltestelle Reick wurde 1907 ausdrücklich zum Vorteil der Pferdebesitzer und Rennbahnbesucher ausgebaut. Von dort sind es einige Minuten zu Fuß in Richtung Osten. Für die Anreise mit Bus und Straßenbahn empfiehlt sich eine Verbindungsabfrage am Reisetag, weil Linienwege und Takte sich ändern.

Anfahrt und Ankunft am Renntag

Wer die Anfahrt hinter sich hat, findet die Anlage über Tribüne und Wiese zugänglich; die Kategorien und ihre Unterschiede beschreibt die Seite zu den Eintrittspreisen. Wer zum ersten Mal kommt, sollte früh genug da sein, um vor dem ersten Rennen das Programmheft zu lesen — dort stehen Startboxen, Gewichte und Rennbedingungen, ohne die ein Feld schwer einzuschätzen ist.

Wann in Seidnitz gelaufen wird und wie ein Renntag abläuft, steht unter Renntermine. Die auf dieser Bahn gelaufenen Bestzeiten führt die Seite Bahnrekorde, die Geschichte des Platzes die Chronik unter Dresdener Rennverein 1890 e.V., und der Trainingsbetrieb nebenan ist unter Trainingszentrale beschrieben.

Die Bahn ist im Netz auch als Galopprennbahn Dresden-Seidnitz vertreten. Auf dem Gelände finden zudem Veranstaltungen ohne Rennbetrieb statt, etwa Termine des Ladyfashion-Flohmarkts in Dresden.

Häufige Fragen

9 Fragen zur Seite

Wo liegt die Pferderennbahn Dresden-Seidnitz?

Im Osten Dresdens an der Oskar-Röder-Straße im Stadtteil Seidnitz. Gebaut wurde die Bahn 1890 auf den damals noch außerhalb der Stadt liegenden Seidnitzer Fluren; Seidnitz wurde erst 1902 nach Dresden eingemeindet.

Welche Distanzen werden in Seidnitz gelaufen?

1200, 1400, 1500, 1900, 2000, 2100, 2300 und 2950 Meter — für alle acht führt der Verein Bahnrekorde. Für die kürzeren Strecken wird von einem weiter innen gelegenen Startpunkt gestartet, die Ziellinie bleibt dieselbe.

Wie lang ist die Dresdner Meile?

1.500 Meter. Bis 1999 lief sie über 1.550 Meter und wurde dann an die international übliche Staffelung angepasst. Die längste je in Seidnitz gelaufene Prüfung war die Dresdensia über 5.000 Meter, letztmals 1961.

Gibt es in Dresden-Seidnitz Hindernisrennen?

Nein, heute ist Seidnitz eine reine Flachrennbahn. Hindernisrennen gehörten lange dazu — die Saxonia Steeple Chase stand schon am Eröffnungstag 1891 auf der Karte —, aber die Jagdrennen endeten 1961 und am 17. November 1999 fand mit dem 16. Jürgen Szydzik Memorial vorerst das letzte Hürdenrennen statt.

Wurden in Seidnitz auch Trabrennen veranstaltet?

Zweimal wurde es versucht: 1892 und erneut von 1951 bis 1953. Beide Male wurde das Vorhaben als unvorteilhaft für Bahn und Publikum wieder aufgegeben.

Wem gehört die Rennbahn?

Der Stadt Dresden, die sie 1993 von der Treuhandgesellschaft kaufte. Vorher war das Gelände bis 1893 gepachtet und dann im Besitz des Vereins, ab 1948 in städtischer Verwaltung, ab 1953 Volkseigener Rennbetrieb und ab 1974 Betriebsteil des VEB Vollblutrennbahnen Hoppegarten. Den Rennsport betreibt der 1990 neu gegründete Dresdener Rennverein 1890 e.V. seit 1991 in eigener Regie.

Wie kommt man mit dem Auto zur Rennbahn?

Von der A4 am Dreieck Dresden-West auf die A17 Richtung Pirna, Ausfahrt Dresden-Prohlis, weiter Richtung Prohlis, die B172 überqueren und bis zum Ende des Langen Wegs. Dort links auf die Mügelnerstraße, über die Ampel auf die Reicker Straße, an der dritten Ampel rechts in die Lohrmannstraße und an deren Ende rechts in die Oskar-Röder-Straße.

Welcher Bahnhalt liegt am nächsten?

Dresden-Reick. Die Haltestelle wurde 1907 ausdrücklich zum Vorteil der Pferdebesitzer und Rennbahnbesucher ausgebaut. Für Bus und Straßenbahn empfiehlt sich eine Verbindungsabfrage am Reisetag, weil Linienwege und Takte sich ändern.

Warum stehen hier keine Bahnmaße wie Umfang oder Breite?

Weil die ausgewertete Vereinschronik sie nicht verzeichnet. Angaben, die sich nicht belegen lassen, werden auf diesen Seiten nicht behauptet.